vorarlberg.at · Maschinenbau und Elektrotechnik · Maschinenwesen · Gase · Technische Gase
Dies ist ein Sammelbegriff für alle Gase, die für unterschiedlichste Anwendungen in Technik und Forschung hergestellt werden. Die am häufigsten verwendeten Technischen Gase sind Acetylen, Argon, Kohlendioxid, Sauerstoff und Stickstoff.
Acetylen (C2H2)
Acetylen ist ein farbloses und in reiner Form auch geruchloses brennbares Gas. Es ist geringfügig leichter als Luft. Bei Verbrennung mit Sauerstoff werden sehr hohe Flammentemperaturen erreicht. Die Speicherung erfolgt in speziellen Flaschen gelöst in Aceton. Es besteht die Gefahr des exothermen Selbstzerfalls.
Acetylen erzielt auf Grund seiner besonderen physikalischen und chemischen Eigenschaften die höchste Flammentemperatur, Zündgeschwindigkeit und Flammenleistung und ist somit ein universelles Brenngas. Anwendungsgebiete sind zB das Autogenschweißen und Brennschneiden.
Argon (Ar)
Argon ist ein farb- und geruchloses nicht brennbares äußerst reaktionsträges Gas. Es ist schwerer als Luft. Es ist das in der Erdatmosphäre am häufigsten vorkommende Edelgas.
Argon gelangt hauptsächlich als Schutzgas beim Schweißen (WIG- und MIG-Schweißen) zum Einsatz.
Kohlendioxid (CO2)
Kohlendioxid ist ein farb- und geruchloses nicht brennbares erstickend wirkendes Gas. Bereits eine Konzentration von 10 % in der Luft ist tödlich. Es ist schwerer als Luft.
Kohlendioxid findet als Schutzgas, meist als Zusatz zu Argon oder Helium Verwendung. Es wird aber auch in der Lebensmittelindustrie, als Kältemittel (R 774) und bei der Brandbekämpfung als Löschmittel eingesetzt.
Sauerstoff (O2)
Sauerstoff ist ein farb- und geruchloses brandfördendes Gas. Es ist geringfügig schwerer als Luft. Mit einem Anteil von 21 % ist es das in der Luft am zweithäufigsten vorkommende Gas. In Verbindung mit Ölen oder Fetten kann es zu einem explosionsartig verlaufenden Brand kommen.
Sauerstoff wird bei jeder Verbrennung benötigt und dient bei der technischen Anwendung zur Erzeugung hoher Temperaturen bei Verbrennungsprozessen wie zB beim Autogenschweißen. Im medizinischen Bereich wird es zur Unterstützung der Atmung eingesetzt.
Stickstoff (N2)
Stickstoff ist ein farb- und geruchloses nicht brennbares und erstickend wirkendes Gas. Es ist annähernd gleich schwer wie Luft. Mit einem Anteil von 78 % ist es der Hauptbestandteil der Luft. Bei Ansammlung in geschlossenen Räumen besteht Erstickungsgefahr.
Stickstoff gelangt zum Inertisieren (zB von Gasleitungen und Behältern) zum Einsatz. In der Lebensmittelindustrie wird es zum Kühlen und Konservieren von Lebensmitteln eingesetzt.
Technische Gase werden entweder gasförmig unter hohem Druck in Versandbehältern oder in flüssigem tiefkalten Zustand in vakuumisolierten Druckbehältern vorrätig gehalten. Werden die Gase nur gelagert, sind die Bestimmungen der ÖNORM M 7329 zu beachten. Sind die Versandbehälter oder die Druckbehälter an ein Verteilernetz angeschlossen, so handelt es sich um eine zentrale Gasversorgungsanlage, auf welche die Bestimmungen der ÖNORM M 7387 (Teil 1 bis 4) anzuwenden sind. Eine Gegenüberstellung der beiden Regelwerke finden sich in der Infobox.
Gemäß Kesselgesetz ist abhängig von ihrer Einstufung nach (DGVO, § 6) für Leitungsanlagen mit einem höchstzulässigen Betriebsdruck von mehr als 0,5 bar entweder eine Herstellererklärung oder eine Konformitätserklärung auszustellen.
Muster und Vorlagen für die im Installationsgewerbe gebräuchlichen Hersteller- und Konformitätserklärungen finden sich in der Infobox.
Neben den gesetzlichen Bestimmungen sind auch technische Regelwerke von Bedeutung.
Kesselgesetz, BGBl Nr 211/1992
Druckgeräteverordnung (DGVO), BGBl II Nr 426/1999
Druckgeräteüberwachungsverordnung (DGÜW-V), BGBl II Nr 420/2004
Versandbehälterverordnung (VBV), BGBl II Nr 202/2002
Druckbehälter-Aufstellungs-Verordnung (DBA-VO), BGBl II Nr 361/1998
ÖNORM M 7323 (Aufstellung ortsfester Druckbehälter)
ÖNORM M 7379 (Gaselager)
ÖNORM M 7387/1 (Zentrale Gasversorgung mit Versandbehältern)
ÖNORM M 7387/2 (Zentrale Gasversorgung mit ortsfesten Druckbehältern)
ÖNORM M 7387/3 (Zentrale Gasversorgung Rohrleitungen)
ÖNORM EN 737/1 bis 3 (Rohrleitungssysteme für medizinische Gase)
Im Zuge des Genehmigungsverfahrens wird das Projekt hinsichtlich der grundlegenden Anforderungen geprüft. Allfällige daraus resultierende Auflagen werden von der Behörde per Bescheid vorgeschrieben.
Download:
Normgegenueberstellung (84 kB)
Technische_Gaselagerung_im_Freien (239 kB)
Herstellererklärung_Formular (45 kB)
Herstellererklärung (Ausfüllhilfe) (18 kB)
Konformitätserklärung_Formular (45 kB)
Konformitätserklärung (Ausfüllhilfe) (18 kB)
Die erforderlichen Programme zum Anzeigen und Abspielen finden Sie hier: Download Programme