vorarlberg.at · Landesgeschichte · Ausstellungen des Vorarlberger Landesarchivs · Ein Kompromiss mit Folgen? Zur Geschichte des österreichischen Nationalfeiertags
SPÖ und FPÖ traten bereits 1965 für einen bezahlten Feiertag mit Arbeitsruhe ein. Die ÖVP nahm auf die Wirtschaft Rücksicht. Bei der Nationalratswahl 1966 erringt sie eine absolute Mehrheit. Nun bemüht sich Bundeskanzler Klaus, der Kirche als Ausgleich einen Feiertag abzuringen.
In Vorarlberg war die „Feiertagsfrage“ bereits 1953 eskaliert, zumal sich Landeshauptmann Ilg zusätzlich für einen arbeitsfreien Landesfeiertag (Josefi) einsetzte. Auch für seinen Nachfolger Dr. Herbert Keßler kommt ein Abtausch mit Fronleichnam nicht in Frage. Die Landesregierung spricht sich auch grundsätzlich gegen einen arbeitsfreien Nationalfeiertag aus. Es drohe die Gefahr, dass er wie in Deutschland zu einem „nationalen Ausflugstag“ verkomme. Die „Vorarlberger Nachrichten“ inszenieren eine Leserbefragung gegen den arbeitsfreien Nationalfeiertag. Die Vorarlberger Abgeordneten der ÖVP und FPÖ reden und stimmen gegen die Regierungsvorlage.
Mangels Einigung mit der Kirche wird für 1966 ein Provisorium beschlossen. 1967 wird der Nationalfeiertag definitiv als zusätzlicher Feiertag eingeführt.